
Spätestens durch ihre Emanzipationsbewegung gelang es Frauen, sich ins Bewusstsein der Politik zu drängen. Nun kämpfen sie an breiter Front für ihre Rechte, von denen sie bereits unzählige durchsetzten. Vielleicht ihr größter Sieg: In den Schrei nach Gleichberechtigung stimmen auch Männer ein.
Das "schwache Geschlecht" wandelte sich also zum knallharten Kämpferin. Doch was geschah währenddessen mit dem "starken Geschlecht"? Mit den Herren der Schöpfung, Gebietern des Hauses, Rambos und Haudegen?
Der große Vorsprung der Frauenbewegung gegenüber der Männerbewegung ist der, dass Frauen ihre Forderungen klar formulieren - sie beanspruchen "die Hälfte des Himmels und der Erde" für sich. Doch was verlangen Männer? Wie sehen sie ihre Rolle?
Sicher lassen sich Männer nicht pauschal über einen Kamm scheren, denn sie alle haben andere Lebensvorstellungen. Doch wenn die neue Rolle der Frau sie zu höherer Tätigkeit im Berufsleben bewegt, wohin geht der Trend beim Mann?
Man(n) hat´s nicht leicht im Leben. Manch einer nennt es ihre Krise. Jungs mit schlechter Ausbildung geraten schnell ins soziale Abseits. Finden sie keinen Arbeitsplatz, so verschwindet nicht nur die Identifikationsmöglichkeit sondern auch das weibliche Interesse. Männer mit geringer Qualifizierung bleiben meist frauenlos, ebenso wie Frauen mit hoher Qualifikation.
Zwar teilen Männer den Führungspositionen unter sich auf, doch leiden sie auch stark am Abstand zur Familie, denn: Nicht nur Frauen kämpfen mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Dabei haben Männer bei all den Bemühungen um Gleichberechtigung zentrale Bedeutung. Möchte frau Beruf und Familie vereinen, so benötigt sie einen Partner, der ihr den Rücken stärkt, der die Kinder ins Bett bringt, sie von Freunden abholt, der den Abwasch macht.
Was nun? Wer definiert eine neue Männerrolle? Bleibt der Mann Ernährer der Familie oder ändert er sich zum Hausmann?
Männliche Schweden nehmen zu 36 Prozent Elternzeit, wesentlich mehr als Deutsche.
Männer beteiligen sich umso mehr im Haushalt, je besser ihnen ihre Partnerschaft gefällt. Hingegen belohnen Frauen die Mithilfe im Haushalt mit mehr Geschlechtsverkehr.
Männer sterben sechs Jahre früher als Frauen. Sie erfreuen sich weniger bezahlter Krebsvorsorge als das schöne Geschlecht. Angesichts solcher Tatsachen möchte man sie fast als das "schwache" Geschlecht bezeichnen …
