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Berufstätigkeit bei Frauen

Benachteiligung von zwei Verdienern in der Familie

Ehegattensplitting und teure Kinderbetreuung

Emanzipierte Frauen wollen arbeiten gehen, auch als Mütter, immerhin bringt ein zweiter Broterwerb in der Familie viele Vorteile. Durch ihr Zusatzeinkommen bessern sie die Familienkasse tüchtig auf, so dass vielleicht bald das Eigenheim oder ein schöner Urlaub verwirklicht wird.
Schöne Vorsätze, die im deutschen Staat jedoch meist an der Realität zerschellen. Arbeiten Mami und Papi, fällt oftmals gar nicht so viel Zusatzeinkommen an, wie man eigentlich dachte; ja manchmal sinkt der Pegel im Sparschwein sogar. Klingt unglaublich, ist aber so.

Eine Berliner Studie zeigt auf, dass Verheiratete sich nur wenig Vorteile schaffen, wenn beide Elternteile arbeiten gehen.
Ursache sind das deutsche Steuersystem und die mangelhafte staatliche Kinderbetreuung. Zum einen verliert die Familie Geld durch Tagesmutter, Kinderkrippe oder andere Betreuungsformen, zum anderen freut sich das Finanzamt über mehr Steuergelder.
Arbeitet frau dreißig Stunden die Woche, bei einem Ehemann mit Durchschnittsgehalt, bleibt der Familie netto gleich viel wie zuvor. Geht sie einer Vollzeitarbeit nach, wird die Haushaltskasse dagegen um vierzehn Prozent voller.
Das Ergebnis? Zwei Verdiener in einer Familie lohnen sich offenbar kaum - unser Staat nimmt Müttern den Anreiz zur Berufstätigkeit.

Größtes Hindernis ist das Ehegattensplitting, welches das steuerpflichtige Einkommen zu gleichen Teilen auf Liebsten und Liebste aufteilt. Wegen dieser Aufteilung erstattet der Fiskus den Eheleuten zu Jahresende Steuern. Die Rückzahlung wird größer, je mehr der eine und je weniger der andere verdient.
Außerdem verlangt das Finanzamt nun Sozialabgaben, denn Vollzeit-Mütter zahlen weder Renten-, Kranken- noch Arbeitslosenversicherung.

Wie so oft beim Thema "Berufstätige Frauen" ist auch diesmal Skandinavien unser Vorbild. , Hier fördert man arbeitende Mütter stärker, indem z.B. Kinderbetreuungskosten niedriger liegen und die Gehälter nicht durch Ehegattensplitting, sondern getrennt versteuert werden.

Nach der Entbindung kürzen deutsche Mütter ihre Arbeitsstunden stärker und länger als schwedische, französische oder italienische Mütter. Bis zur Einschulung sind deutsche Frauen durchschnittlich acht Wochenstunden weniger berufstätig als vor der Entbindung. Französinnen und Schwedinnen machen hier kaum einen Unterschied.

Experten loben Elterngeld und geplante Krippenplätze als richtigen Ansatz. Die stärkere Berufstätigkeit von Frauen, in Verbindung mit mehr Geburten und besserer Bildung für Kinder würde unseren Wohlstand vorantreiben.
Der Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge ist bereits in naher Zukunft; die dadurch entstehende Spalte auf dem Arbeitsmarkt würde unsere Konjunktur hemmen.
Hier könnte man mit größerer Familienfreundlichkeit entgegenwirken. Familienpolitik à la Skandinavien brächte uns 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum ein.

Und in der Zwischenzeit: Wer sagt denn, dass nur die Kombination arbeitender Mann - arbeitslose Frau vom Staat gefördert wird? Will Frau an ihrer Karriere basteln, ließe sich die Sache ja auch mal andersrum probieren.

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