Erziehung ist häufig ein täglicher Kampf. Kinder sind nur selten so, wie sie sich Eltern gerne hätten, und erst recht keine Puppen, die man einfach in die Ecke stellen kann. Oft schreit das Kind gerade dann, wenn man mal für fünf Minuten abschalten will, oder weckt aus dem sonntagmorgendlichen Tiefschlaf, weil es essen möchte. Der Alltag ist manchmal eine zermürbende Belastungsprobe. Zwar erlebt man unzählige schöne Augenblicke, doch gibt es auch Phasen, in denen einfach gar nichts nach Wunsch läuft. Kommen dann auch noch andere Probleme zusammen, sei es in Form von beruflichen Sorgen, Todesfällen in der Familie oder Alkoholabhängigkeit, rutscht die Hand gegenüber dem nervigen Kind schnell mal aus.
Prügeleien sind in vielen Familien an der Tagesordnung. Dies ist jedoch nicht die einzige Form von Gewalt, die Kindern begegnen kann. Experten unterscheiden zwischen körperlicher Misshandlung, psychischer Gewalt, sexuellem Missbrauch und Vernachlässigung. Viele Kinder werden auch Zeugen von Gewalt gegenüber dem Partner. Körperliche Gewalt beginnt schon bei einer Ohrfeige. Natürlich kann niemand garantieren, sich jederzeit unter Kontrolle zu haben, doch sollten Eltern in dem Fall die Größe haben, ihr Kind um Entschuldigung zu bitten. Seelische Gewalt beinhaltet Erniedrigung, Abwertung oder Entwürdigung.
Durch die Medien bekannte Eltern, die ihre Kinder misshandelten, geben oft Überforderung als Grund an. Bei zu starker Belastung reißt eben der Geduldsfaden und man weiß mit dem Kind nicht mehr anders umzugehen. Hier gilt es, Hilfe zu suchen, bevor es zu spät ist. Das Jugendamt oder Erziehungsexperten beraten gerne und greifen den überforderten Eltern unter die Arme. Es ist schließlich kein Eingeständnis des Versagens sondern die Erkenntnis, dass man es nicht mehr schafft, die Sprösslinge so zu lieben oder zu erziehen, wie es eigentlich der Wunsch ist.
Gelingt Eltern dieser Schritt nicht, sind Nachbarn, Lehrer oder Verwandte gefragt. Wird man auf Missstände in der Familie aufmerksam, kann man beispielsweise dem Jugendamt einen anonymen Hinweis geben.
