Lage: Die Russische Föderation (Rossijskaja Federacija, Kurzform: Rossija / Russland) erstreckt sich über den osteuropäischen und weite Teile des asiatischen Kontinents. Ihre westlichen Landesteile grenzen an Norwegen und Finnland, den Finnischen Meerbusen, Estland und Lettland, Weißrussland und Polen. Das Nördliche Eismeer und der Pazifische Ozean umspülen ihre Landmassen im Norden und Osten. Nachbarn an ihrer südlichen Grenze sind Nordkorea und China, die Mongolei und Kasachstan sowie Aserbeidschan, Georgien, das Schwarze Meer und die Ukraine. Der nördliche Teil des früheren Ostpreußens (heute: Kaliningradskaja Oblast`) zwischen Litauen und Polen ist eine russische Exklave.
Fläche: 17.075.400 km². Damit ist Russland der flächengrößte Staat der Erde. Seine West-Ost-Ausdehnung beträgt 9.000 km (11 Zeitzonen !) und von seinem nördlichen Rand bis an die Südgrenze sind es bis zu 4.000 km. Russland ist 48mal größer als Deutschland.
Nur ein Viertel seines Territoriums liegt auf europäischem Boden.
Die großen Landmassen östlich des Urals gehören zum asiatischen Kontinent.
Küstenlänge: ca. 40.000 km
Staatsform: Föderale Präsidialrepublik mit dem Präsidenten als Staatsoberhaupt.
Hauptstadt: Moskau (Moskva) mit 8.7 Millionen Einwohnern (Großraum: ca. 12.5 Millionen Menschen).
Bevölkerung: Im April 2000 hatte Russland 145,3 Mio. Einwohner. Seit 1991 verzeichnet das Land einen zahlenmäßigen Rückgang der Bevölkerung, der allein durch die Zuwanderung von Umsiedlern und Flüchtlingen aus anderen GUS-Staaten etwas abgeschwächt wird.
Russland ist ein Vielvölkerstaat. Neben der Titularnation der Russen (etwa vier Fünftel der Bevölkerung) leben noch über 120 Nationalitäten und Völker zwischen Königsberg und Wladiwostok.
Dazu zählen die Ukrainer (3 %) und Weißrussen (0,8 %) mit slavischen Vorfahren, die Turkvölker der Tataren (3,8 %), Baschkiren (0,9 %) und Tschuwaschen (1,2 %), finno-ugrische Stämme (etwa 2 %), Deutsche (Nachfahren von Einwanderern des 18. und 19. Jahrhunderts) mit ca. 0,6 %.
Religion: Ähnlich vielfältig wie die ethnische Zusammensetzung ist auch die konfessionelle. Das Religionsgesetz vom Sept. 1997 räumt allen Religionsgemeinschaften gleiche Rechte ein, betont aber die historische Rolle der russisch-orthodoxen Kirche, der größten Glaubensrichtung des Landes. Bei den traditionell religiös orientierten ethnischen Minderheiten Russlands findet man Anhänger des Islam und des Buddhismus, des Schamanismus und Judaismus, des protestantischen und katholischen Glaubens.
Sprache: Amtssprache der Föderation ist Russisch. In Gebieten, die von ethnischen Minoritäten bewohnt werden, dominieren häufig die Sprachen (über einhundert landesweit!) der hier ansässigen Volksgruppen. In den großen urbanen Zentren ist zunehmend eine Verständigung in englischer Sprache möglich. Auch Kenntnisse des Deutschen sind relativ verbreitet.
Verkehr: Zwar verfügt die Russische Föderation über ein gigantisches Netz von 630.000 km befestigten Straßen, doch sind die Verkehrsbedingungen besonders im asiatischen Landesteil dringend ausbau- und reparaturbedürftig. Das gilt auch für die rund 150.000 km Eisenbahnlinien, davon fast 38.000 km elektrifiziert. Die große räumliche Ausdehnung des Landes, sein extremes Klima und ungünstige Bodenverhältnisse stellen die Verkehrsplaner wie schon zu Zeiten der Zaren und Sowjets auch heute vor erhebliche Probleme.
Wirtschaft: Russlands enorme Bodenschätze, insbesondere in seinen östlichen Landesteilen, umfassen u.a. 34 % der globalen Erdgasvorkommen, 17 % des Erdöls, 17 % des verkaufsfähigen Eisenerzes, 10-20 % der Bunt- und Edelmetalle. Freilich relativiert sich ihr volkswirtschaftlicher Wert zum einen durch die gigantischen kapital- und personalintensiven Aufwendungen für ihre Förderung und zum anderen durch die Abhängigkeit von den internationale Rohstoffmärkten, auf die Russland so gut wie keinen Einfluss hat. Die überfälligen Strukturreformen im Industriesektor laufen nur schleppend an. Folge: Die Wettbewerbsfähigkeit russischer Fertigwaren auf dem Weltmarkt ist gering. Noch immer ist ein solider marktwirtschaftlicher Rahmen in Russland nicht in Sicht.
Tourismus: Für die Russische Föderation, die mit einer landschaftlichen Vielfalt ohnegleichen und prachtvollen Städteansichten aufwarten kann, dazu 30 Nationalparks, rund 2000 Museen und zwölf Objekte des Weltkultur-/naturerbes aufweist, bedeuten 7-8 Mio. Auslandsgäste im Jahr gesamtwirtschaftlich wenig.
Wie viele andere Wirtschaftsbereiche, befindet sich auch der Tourismussektor z. Zt. in einer "Transformationsphase", in der man sich bemüht, die vielfach noch vorherrschenden Mängel der touristischen Infrastruktur zu beseitigen und den Fremdenverkehr unter marktwirtschaftlichen Bedingungen zu entwickeln. Moskau und St. Petersburg (hierher kommen 80 % aller ausländischen Besucher) verfügen inzwischen über Spitzenhotels mit dem höchsten Preisniveau Europas. Was hier und andernorts fehlt, sind erschwingliche, aber gute Zwei- und Dreisternehotels. Das soll sich schon bald ändern und auch den Individualreisenden (bisher dominieren Gruppenreisen) will man durch Einreiseerleichterungen und besondere Programme entgegenkommen.
Klima: Vom polaren Klima im arktischen Norden bis zu den gemäßigt subtropischen Breiten am Schwarzen Meer reicht Russlands Anteil an unterschiedlichen Klimazonen. Abgesehen von dem schmalen subtropischen Streifen am Schwarzen Meer und den monsunalen Einflüssen unterliegenden Randgebieten an der Pazifikküste, bestimmt mäßiges bis extremes kontinentales Klima das Wettergeschehen mit den charakteristischen großen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter.
Hauptreisezeit für Rundreisen durch die europäischen Landesteile sind die Monate Mai bis September. Für einen Badeurlaub am Schwarzen Meer ist die Zeit zwischen Mitte Mai und Mitte Oktober geeignet.
Landschaft und Vegetation: Auf Russland entfallen vier Fünftel der Osteuropäischen Tiefebene, im Norden begrenzt von den Gebirgen Kareliens und der Kola-Halbinsel, im Süden vom Kaukasus (mit der höchsten Erhebung Russlands, dem Elbrus, 5.642 m) und im Osten vom Ural-Gebirge, das die Grenze zwischen Europa und Asien markiert. Östlich des Urals erstreckt sich das Westsibirische Tiefland, das in das Hochplateau des Mittelsibirischen Berglands zwischen Jenissej und Lena übergeht.
Von dessen Nordseite reicht das Nordsibirische Tiefland bis an die Küsten des Nordpolarmeers. Zahllose Gebirgszüge, zum Teil vulkanischen Ursprungs, formen in Russlands Fernem Osten das Ostsibirische Gebirgsland.
Der nahezu vegetationslosen arktischen Kaltwüste im hohen Norden folgen nach Süden Tundra- und Waldtundrazonen, die an Nadelwäldern reiche Taiga (dem größten zusammenhängenden Waldgebiet der Erde), schließlich die landwirtschaftlich genutzten Steppen- und Waldsteppengebiete, die Halbwüsten- und Wüstenzonen.
