Natürlich ist es nicht einfach, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. Besonders alleinerziehende Eltern können ein Lied davon singen.
Selbstverständlich gibt es verschiedene Möglichkeiten der Kinderbetreuung, z.B. in einer Kinderkrippe oder einem Hort (Teilzeitbetreuung in einer Krippe kommt auf ungefähr 300 Euro monatlich), aber die tatsächlichen Angebote sind eher spärlich gesät.
Die Lösung kann da die Inanspruchnahme der Hilfeleistungen eines jungen Menschen aus dem Ausland sein: Ein Au Pair, das bis zu 30 Stunden pro Woche arbeitet, bekommt ein Taschengeld von ungefähr 260 Euro; ferner werden die Kosten für Versicherung und Busfahrkarte von der Familie getragen. Da lohnt es sich schon ab dem zweiten Kind finanziell, ein Au Pair aufzunehmen.
Kulturell lohnt es sich ohnehin, und zusätzlich kann ein Au Pair eine wichtige Entlastung im Haushalt sein. Ist der Haushalt in Ordnung, wenn die Eltern nach Hause kommen, haben sie auch mehr Zeit, sich mit den Kindern zu beschäftigen.
Wichtig ist aber, das Au Pair nicht als bloße Arbeitskraft anzusehen, sondern es als ein zusätzliches Familienmitglied mit offenen Armen zu empfangen. Schließlich verläßt das Au Pair das eigene Land, um sich in eine völlig fremde Umgebung einzuarbeiten. Meist kommen zu Anfang auch noch Sprachbarrieren hinzu, die sich aber schnell verlieren, wenn das Au Pair nicht lediglich als Putzfrau mißbraucht, sondern aktiv in die Familienkommunikation eingebunden wird.
Der Begriff "au pair" stammt übrigens aus dem Französischen und bedeutet "auf Gegenseitigkeit". Eine junge Frau oder ein junger Mann zwischen 18 und 25 Jahren kommt auf Zeit in eine Familie. Für freie Kost und Unterkunft und ein Taschengeld paßt das Au pair auf die Kinder auf und hilft bei der Hausarbeit. Das Au pair möchte seine Sprachkenntnisse verbessern und Land und Leute kennenlernen. Manche jungen Leute kommen mit einem wahren Hunger auf die neue Kultur hierher, andere wollen einfach weg von zu Hause.
