Stars wie Gwyneth Paltrow oder Britney Spears, die ihren einjährigen Sohn von einem 28-jährigen Ex-Soldaten hüten läßt, machen es vor: der Manny (Nanny+man) ist im Kommen, zumindest bei den Stars.
Warum sollte die Kinderbetreuung im 21. Jahrhundert auch auf Frauen beschränkt sein? Das klassische Heimchen am Herd ist doch nun wirklich längst passé. Frauen erledigen selber den Reifenwechsel, wechseln längst die Glühbirnen ohne männliche Hilfe und sind immer häufigere Kunden im Baumarkt. Und Männer haben außer Fußballspielen mit dem Nachwuchs auch noch andere häusliche Qualitäten auf Lager: Kochen etwa. Auch die Kehrwoche oder Wischmops sind dem starken Geschlecht inzwischen ein Begriff. Warum sollten sie also keine Kinder hüten können?
Leider ist Britneys´ Manny Perry Taylor, der dank seiner Muskeln auch gleich noch als Leibwächter fungiert, bislang noch die rühmliche Ausnahme. Außerhalb Hollywoods herrscht ein tiefsitzendes Mißtrauen gegen Männer, die im einen Arm einen Säugling und im anderen einen Schnuller haben.
Selbst bei vielen Au-Pair-Vermittlern, die vermehrt auch männliche Kinderbetreuer führen, liegt die Männerquote bei drei bis fünf Prozent. Und die wenigen Männer, die sich vorstellen können, in diesem Beruf zu arbeiten, haben mit Vorurteilen zu kämpfen (pädophil? Schwul?).
„Es muss eine Werbekampagne für mehr Männer in diesem Traumberuf geben“, fordert eine Schweizer Erziehungswissenschaftlerin im Hochschulraum Zürich, die Akademikern ausgebildetes Kinderpersonal vermittelt. Schließlich seien Mannys ungeheuer vielseitig begabt: So problemlos wie er Mahlzeiten zubereitet, die Waschmaschine füllt oder T-Shirts faltet, montiert der Manny Lampen, gräbt den Garten um oder kriegt das Auto wieder flott. Gerade Letzteres ist für die besser situierten Familien, die sich überhaupt eine Erziehungshilfe leisten können, von Zusatznutzen: Die bis zum Äussersten geförderten Kleinen hetzen von Termin zu Termin – Tennis, Ballett, Nachhilfe, Musikunterricht–, und der Manny spielt Fulltime- Chauffeur. Oder auch mal Leibwächter, wie Perry Taylor.
