Viele Familien haben ein Problem bei der Betreuung der Großeltern und versuchen das, teils über ein Au Pairs zu lösen. Natürlich wird niemand etwas einwenden, wenn das Aupair mal der Oma aus der Zeitung vorliest oder mit dem Opa spazierengeht, aber solche Tätigkeiten liegen schon eher in einer Grauzone, denn Au Pairs sind zur Kinderbetreuung und zur Erledigung leichter Hausarbeiten da, nicht zur Seniorenbetreuung.
Nun haben findige Arbeitssuchende aus den neuen EU-Ländern wie Polen zum Beispiel, diesen Bedarf entdeckt.
Die Betreuerinnen und Betreuer stammen fast ausnahmslos aus Osteuropa, meist aus Ungarn, Tschechien, Bulgarien oder Rumänien, sprechen passabel deutsch und machen sich hier nützlich. Sie pflegen alte Menschen rund um die Uhr, allerdings meist ohne Arbeitsgenehmigung und damit illegal. Sozialpolitiker wollen diese Schwarzarbeit nun mit Drohungen einschränken.
Die Branche ist diskret, aber effizient: Wer pflegebedürftige Angehörige nicht ins Heim abschieben will aber auch selbst keine Muße zur Betreuung findet, kann übers Internet finanziell tragbare Lösung finden. Gezahlt werden zw. 500 und 1500 Euro. Deutsches Pflegepersonal käme natürlich ungleich teurer. Den Familien fehlt das Unrechtsbewußtsein bei dieser illegalen Beschäftigung zu Niedriglöhnen und ohne Zahlung von Steuern und Sozialabgaben.
Schätzungen zufolge sollen sich mittlerweile bundesweit rund hunderttausend illegale Pflegekräfte in Deutschland tummeln, die etwa 1,2 Milliarden Euro verdienten. Die illegale Beschäftigung von Billigkräften sei in allen Gesellschaftsschichten anzutreffen.
Es müsse daher zu einer Legalisierung der offensichtlich umfangreich nachgefragten Beschäftigungsverhältnisse kommen, fordern Politiker. Ein Pauschbetrag zur Steuer- und Sozialversicherung lasse die Kosten für die Pflegebedürftigen nur gering steigen. Die so legalisierten Kräfte sollten einfache Aufgaben übernehmen dürfen; medizinische Dienstleistungen aber sollten den Pflegefachkräften vorbehalten bleiben.
Es lassen sich so einen Menge Jobs zwischen Haushaltshilfe und Pflege vorstellen, was sicher viele interessieren würde. Anbieter von Pflegeleistungen warnen jedoch vor solchen Vermischungen. Sie erkennen keine Lücken im Angebot, sondern das sehen das Problem darin, daß die soziale Betreuung nicht unter die Pflegeversicherung falle.
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