Wolfgang Tietze von der FU-Berlin, Erziehungswissenschaftler und ein renommierter deutscher Kindergartenexperte, fordert ein Gütesiegel zur Verbesserungen der Qualität der Kindergärten.
Der Pädagoge sieht gravierende Qualitätsunterschiede zwischen den diversen Einrichtungen. Bei von ihm untersuchten Kindern existierten je nach Qualität der Kita Entwicklungsunterschiede von bis zu einem Jahr, und zwar unabhängig von der sozialen Herkunft des Kindes. Selbst in der zweiten Grundschulklasse ließen sich Effekte einer guten Kita noch nachweisen. "Die Kinder", so Tietze, "haben einen größeren Sprachschatz, zeigen bessere Leistungen und ein positiveres Sozialverhalten."
Eine Studie Tietzes zeigte, daß nur rund 30 Prozent der Kindergärten gute Qualität aufwiesen. Es gebe keine Anzeichen dafür, so Tietze, daß sich daran seitdem etwas geändert haben solle.
Für den Erziehungswissenschaftler stellt das Fehlen einer regelmäßigen Qualitätskontrolle einen Skandal dar, denn Waschmaschinen, Schneeketten und Schönheitscremes würden regelmäßig getestet werden, nicht aber die Kitas.
