Wenn ein Streit unter Kindern zu eskalieren droht, sollten Kinder am besten Hilfe von außen holen. "Streiten müssen Kinder erst lernen. Erzieherinnen oder Eltern können Lösungen vorschlagen, auf die Kinder zwischen drei und fünf allein nicht kommen. Etwa, dass man Bauklötze gerecht aufteilen kann. Kinder sind dankbar, wenn sie Möglichkeiten finden, friedlich miteinander umzugehen. Und je öfter sie das einüben, desto eher kommen sie ohne Hilfe drauf" meint der Münchner Kinderpsychologe Ulrich Diekmeyer.
Kinder sollten lernen, sich mit Worten wirksam gegen streitlustige Spielkameraden zu wehren. Vor allem kleine Kinder brauchen dabei Unterstützung durch ihre Eltern. Wie sich Konflikte ausdiskutieren lassen, können Familien zu Hause üben. Der Kinderpsychologe: "In der Familie gibt es genug ähnliche Situationen wie im Hort oder Kindergarten. Im Streit sollten Eltern Vorbild sein und etwas nicht einfach verbieten, sondern ihr Verbot begründen. Auf diese Weise bringen sie dem Kind ganz nebenbei Vertrauen in die Kraft der Worte bei."
Im Einzelfall darf ein Kind sich auch einmal körperlich wehren. Ulrich Diekmeyer: "Diese Möglichkeit muss man nicht prinzipiell verbieten. Sie ist aber nur sinnvoll, wenn das Kind sich ´defensiv´ wehrt, also seine Reaktion deutlich ´dosiert´. Das heißt: nicht fester zurückhauen oder, statt zu hauen, nur etwas schubsen. Dadurch signalisiert das Kind: ´Stopp, mit mir nicht!´, zeigt aber trotzdem, dass es kein Interesse hat, sich zu prügeln. Diese defensive Abwehr ist allerdings nicht ganz leicht zu lernen."
