Im Schnitt 1.250 Pillen schluckt jeder Bundesbürger im Jahr. Leider oft allzu unbekümmert: Nur ein Viertel aller Medikamente wird ordnungsgemäß eingenommen.
Eine häufig unterschätzte Gefahr für die Gesundheit sind dabei die Wechselwirkungen zwischen Arznei und Lebensmitteln - weil der Arzt nicht immer explizit warnt und kaum jemand Beipackzettel so genau liest. Laut deutschem Apothekerverband reagieren mehr als 315 medizinische Inhaltsstoffe auf bestimmte Getränke oder Mahlzeiten. Die Substanzen stecken in rund 5.000 gängigen Medikamenten, verschreibungspflichtigen wie frei verkäuflichen.
"Dass man Antibiotika nicht mit Milch einnimmt, wissen noch viele", sagt Dr. Christian Steffen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn, "aber das war es dann meist."
Höchste Vorsicht ist beispielsweise bei Grapefruitsaft geboten: Die darin enthaltenen Bioflavonoide verstärken die Wirkung zahlreicher Medikamente - um bis zu 300 Prozent und bis zu drei Tage lang. Nimmt man etwa Kopfschmerzmittel oder Anti-Allergika mit Grapefruitsaft ein, kann das Herzrasen und Herzrhythmusstörungen verursachen.
Blutdrucksenker wirken plötzlich so stark, dass schlimmstenfalls ein Kreislaufkollaps ausgelöst wird.
Als Wirkungshemmer für viele Arzneimittel gelten zudem Käse oder Joghurt; Rhabarber und Spinat behindern die Aufnahme von Eisen zur Behandlung von Blutarmut. Knoblauch und Bier hingegen steigern den Effekt mancher Medikamente unkontrollierbar.
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