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Mädchen haben mehr Erfolg

Andere Anlagen, anderes Verhalten

Übergewicht an Lehrerinnen - Bevorzugung von Schülerinnen?

Mädchen sind anders als Jungen, keine Frage. Dabei müssen sie gar nicht mal die Klischees erfüllen (Puppen oder Auto), sondern es genügen bereits ihre Anlagen. Die behalten sie auch im Erwachsenenalter, weshalb Männer und Frauen nicht immer dieselben Entscheidungen treffen. Sie fassen eine Situation anders auf, widmen ihre Aufmerksamkeit anderen Punkten, legen Wert auf andere Dinge. Sie fühlen, denken, sehen anders. Doch was sich im Privatleben problemlos regelt, macht Jungs in der Schule ganz schön zu schaffen. Sie ticken eben anders als Mädchen. Aber wer interessiert sich dafür?

Mädchen kommt in der Schule ihr Naturell zugute, dem langes Stillsitzen gewöhnlich nicht viel ausmacht. Streits tragen sie weniger öffentlich aus (durch Prügeleien) als heimlich, durch Lästern und schiefe Blicke. Jungen hingegen empfinden es als Strafe, lange Zeit still an einem Fleck zu sitzen. Vielleicht ist das der Grund, warum sie sich öfter Luft machen, warum ein oder zwei Jungen meist Störenfriede sind.
Die meisten Mädchen geben sich Mühe, legen Wert auf Schönheit. Man nehme nur Schulhefte als Beispiel, in denen die schönere Schrift von Mädchen natürlich eher besticht als männliches "Geschlampe". Da verlieren Jungen bei Lehrerinnen schon mal Sympathien, Mädchen ernten Lob - ein Phänomen, das sich durch die übrige Schulzeit zieht. Dabei brauchen Jungen fünfmal so viel Lob wie Mädchen.

Während das natürliche Verhalten von Mädchen akzeptiert wird, wird das von Jungen bestraft. Mädchen lernen leichter durch Sprache, Jungen hingegen durchs Tun. Doch wem die Bedingungen nicht gefallen, dem wird auch das Lernen nicht gefallen, wie man aus eigener Erfahrung weiß: Belohnung, emotionales Umfeld und Interesse wirken sich stark auf den Lernerfolg aus.
Waren 1970 noch 56 Prozent der Gymnasiasten Jungen, so beträgt ihr Anteil inzwischen nur noch 43 Prozent. Das mag daran liegen, dass Jungen mit gleichen Noten seltener für eine höhere Schule empfohlen werden, bzw. dass sie bei gleichen Kompetenzen eher schlechtere Noten bekommen als Mädchen. Während vom schönen Geschlecht nur 5,8 Prozent ohne Abschluss von der Schule gehen, trifft dies auf ein Zehntel der Jungen zu. 3,7 Prozent der Jungen bleiben sitzen, aber nur 2,1 Prozent der Mädchen. An Schulen für Sprachbehinderte findet man 71 Prozent Jungen. Zufall?

Problem an der Sache ist das Ungleichgewicht an Schulen. Statt gleichermaßen von Männern und Frauen unterrichtet zu werden, nehmen Lehrerinnen allmählich das Heft in die Hand. Immer mehr Frauen strömen den Schulen zu, immer mehr Männer meiden sie. Dabei liegt bereits die Erziehung zu Hause meist in den Händen der Mutter. Häufig hat sie sich gar vom Vater getrennt, weshalb der Sohn ohne männliche Bezugsperson aufwächst. In der Schule erwarten ihn meist Lehrerinnen, die zwar guten Unterricht geben, aber die Welt eben doch anders sehen als Männer.
So erfährt ein Junge rasch, dass er eben anders ist, dass seine Ideen, Wünsche und Gefühle "komisch" sind. Was er als harmlosen Spaß ansieht, erschreckt die Lehrerin zu Tode - und ihn gleich mit, da er offenbar ein so böses Wesen ist. Ein Mann hätte den Spaß vielleicht ebenfalls als Spaß angesehen und ganz anders reagiert. Doch Männer und Frauen sind eben verschieden. Jungen verhalten sich von Natur rustikaler als Mädchen, was Lehrerinnen natürlich oft befremdet. So lernen Jungen in der Schule allmählich, dass ihre Verhalten irgendwie fehl am Platz ist, dass sie ihre Ideen, Wünsche und Gefühle besser wegstecken, statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Natürlich ist das Verhalten von Lehrerinnen ebenso korrekt wie das Verhalten von Lehrern. Das Problem ist nur, dass Schüler nur noch eine Verhaltensweise kennenlernen. Sie erfahren von keiner Seite mehr Bestätigung, dass auch sie völlig normal sind. Lehrerinnen haben eben einen ähnlichen Zugang zu Themen und Situationen wie ihre jüngeren Geschlechtsgenossinnen, Männer wie ihre jüngeren Geschlechtsgenossen. Beide Ansichten und Verhaltensweisen sind richtig und angemessen, doch ein männliches oder weibliches Übergewicht benachteiligt naturgemäß eine Schülergruppe.
Doch die niedrige Lehrerquote mag mit eigenen Erlebnissen zusammenhängen: Mädchen haben eben mehr Erfolg als Jungen.

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